Barrierefreies Webdesign

Barrierefreies Webdesign

„Obwohl Menschen mit Behinderungen wesentlich häufiger im Netz sind als Nichtbehinderte, gibt es immer noch zu viele technische und gestalterische Barrieren.“

- Christian Schmitz, Aktion Mensch

Für viele sehbehinderte Menschen ist das Internet ein wichtiger Weg zur Kommunikation. Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahres 2004 nutzten in Deutschland ca. 50% der Bevölkerung das Internet regelmäßig, Menschen mit Behinderungen dagegen 80%. Nach Angaben von Aktion Mensch sehen 93% der sehbehinderten User im Internet viele neue Chancen für sich.

Blinde Menschen können mit verschiedenen technischen Hilfsmitteln im Internet surfen. Mit einer Braille-Zeile, eine Tastatur mit dessen Hilfe sich Webseiten ertastbar machen oder mit Screenreader-Programmen, die den Inhalt einer Webseite akustisch wieder geben. Das klappt am besten durch barrierefreies Webdesign.

In der Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz für barrierefreies Webdesign hat der Deutsche Bundestag am 17.07.2002 hat ein Gesetz verabschiedet, das staatlichen Behörden und Institutionen vorschreibt sich an die Vorgaben des W3-Consortiums zu halten, um Webauftritte behindertengerecht zu gestalten.

Barrierefreies Webdesign ist auch Suchmaschinenoptimierung

Über die Hälfe aller Internetauftritte sind nicht barrierefrei, bzw. behindertengerecht gestaltet. Mit Flash-Animationen werden ganze Websites „versteckt“, manche Webdesigner stellen sogar Texte als Bilder dar, damit das „Design stimmt“. Der Einsatz von Framesets erschwert die Orientierung und mit Tabellen-Layouts werden Texte aus dem Zusammenhang gerissen.

Was am meisten auf einer Webseite zählt ist aber der in HTML eingebetteter Text. Webdokumente werden in HTML (Hypertext Markup Language) verfasst, eine einfache Seitenbeschreibungssprache, um logische Elemente einer Seite mittels Beschreibungselementen zu definieren. Diese „Tag-Codierung“ von Informationen wurde mit dem Gedanken an wissenschaftlichen Gedankenaustausch entwickelt.

Auch wenn das Internet heute nicht mehr „nur“ für wissenschaftliche Zwecke genutzt wird, bleibt das Prinzip gleich: Texte müssen strukturiert gestaltet werden. So sehen das auch die Suchmaschinen. Indexiert werden nur Texte! Eine gute Verlinkung stellt den Zusammenhang einer Website dar, Überschriften erster Ordnung, der Sinnvolle Einsatz von Titel-Tags und Metadaten heben wichtige Schlüsselwörter für die Suchmaschinen hervor. Barrierefreies Webdesign ist dafür die Basis.

Unser Tipp:

Betrachten Sie Ihre Webseite mal im Text-Browser Lynx. Dieser Browser ist rein textorientiert, Bilder, Flash-Filme und sonstige Multimedia-Formate sowie Framesets können nicht dargestellt werden. Alles was Sie damit sehen, sehen auch die Suchmaschinen-Crawler.